Die Herausforderung
Die Planungsverantwortlichen der Sanierungspartner Neuburg an der Donau standen vor einer enormen Herausforderung bei der Modernisierung und Umnutzung eines historischen Wohn- und Geschäftshauses in der geschichtsträchtigen Oberen Altstadt von Neuburg an der Donau. Das stattliche Gebäude, dessen Ursprünge in die Epoche der Renaissance zurückreichen, sollte energetisch saniert und im Erdgeschoss zu einer hochmodernen, barrierefreien Zahnarztpraxis umgebaut werden, während in den oberen Etagen exklusive Eigentumswohnungen mit Blick auf die Donau entstehen sollten. Da die Immobilie jedoch unter strengem Denkmalschutz stand, durften an der historischen Außenfassade und der Dachkonstruktion keinerlei sichtbare Veränderungen vorgenommen werden. Das größte planerische Risiko lag in den völlig veralteten und fehlerhaften Bestandsplänen aus den 1950er-Jahren. Im Laufe der Jahrhunderte war das Gebäude mehrfach umgebaut worden, wodurch Wände unregelmäßige Stärken aufwiesen, Decken durchhingen und keine einzige Raumecke einen exakten 90-Grad-Winkel besaß. Für die TGA-Fachplanung (Technische Gebäudeausrüstung), die Installation der komplexen zahnmedizinischen Versorgungsleitungen im Boden und den Einbau eines neuen, innenliegenden Aufzugs war eine zentimetergenaue Planungsgrundlage zwingend erforderlich. Ein manuelles Aufmaß mit Handlasern wäre aufgrund der komplexen Geometrien und des unebenen Mauerwerks extrem fehleranfällig gewesen. Falsche Maße hätten dazu geführt, dass maßgefertigte Praxiseinrichtungen, Rohrleitungssysteme und Aufzugskomponenten vor Ort nicht gepasst hätten. Dies hätte zu kostspieligen Bauverzögerungen, Vertragsstrafen und einem gravierenden Vertrauensverlust bei den künftigen Praxisbetreibern geführt.


