Die Herausforderung
Die Planungsabteilung der Sanierungspartner Leimen stand vor einem äußerst komplexen und risikoreichen Projekt. Ein markantes, historisch wertvolles Wohn- und Geschäftshaus im Herzen von Leimen, dessen Wurzeln teilweise bis in das späte 19. Jahrhundert zurückreichten, sollte grundlegend saniert, umgebaut und neu aufgeteilt werden. Das geplante Nutzungskonzept sah vor, die großzügigen ehemaligen Gastronomie- und Brauereiflächen im Erdgeschoss in eine hochmoderne physiotherapeutische Gemeinschaftspraxis und ein Fitnessstudio umzuwandeln, während in den oberen Etagen durch eine neue Raumaufteilung moderne, barrierefreie Eigentumswohnungen entstehen sollten. Die bauliche Realität erwies sich jedoch als Albtraum für jeden Architekten und Statiker: Die historischen Bauunterlagen waren lückenhaft, ungenau und spiegelten die tatsächliche Gebäudestruktur in keiner Weise wider. Über Generationen hinweg waren Wände versetzt, Zwischendecken eingezogen und Anbauten realisiert worden. Zudem wies das Gebäude typische Altbaumängel wie erhebliche Wanddurchbiegungen, schiefe Decken und unregelmäßige Raumhöhen auf. Besonders problematisch war das tonnengewölbte Kellergeschoss, das statisch als Fundament für die schweren medizinischen Trainingsgeräte im Erdgeschoss dienen musste. Ohne eine absolut verlässliche, dreidimensionale Erfassung der Gebäudestruktur drohten gravierende Planungsfehler. Statische Berechnungen wären auf bloßen Annahmen basiert, und die TGA-Fachplaner hätten die komplexen Lüftungskanäle für das Fitnessstudio und die Praxis nicht kollisionsfrei durch die unregelmäßigen Decken verlegen können. Ein herkömmliches, manuelles Aufmaß per Hand wäre aufgrund der enormen strukturellen Abweichungen und der schieren Größe des Objekts zeitlich und technisch unmöglich gewesen.


