3D ScansVirtuellen Rundgang selbst erstellen: Mit dem Handy oder doch vom Profi?
Rundgang mit iPhone, 360-Grad-Kamera oder Matterport erstellen? Ein ehrlicher Vergleich der Wege und eine Entscheidungshilfe.
Ja, Sie können einen virtuellen Rundgang selbst erstellen, auch mit dem Smartphone. Für eine erste Orientierung oder eine einfache Wohnung reicht das oft aus. Für Verkaufsobjekte, größere Flächen oder Rundgänge mit Maßen und Grundriss stößt die Selbstaufnahme schnell an Grenzen. Dieser Beitrag zeigt, welche Wege es gibt, was jeder leistet und wann ein Profi die bessere Wahl ist.
Was ein virtueller Rundgang überhaupt ist
Ein virtueller Rundgang besteht aus mehreren Aufnahmen, die zu einer begehbaren Ansicht verbunden werden. Interessenten bewegen sich per Klick oder Wischen durch die Räume. Es gibt zwei Grundtypen:
- Panorama-Rundgänge: Mehrere 360-Grad-Bilder werden über Hotspots verbunden. Man springt von Standpunkt zu Standpunkt.
- 3D-Rundgänge mit Raummodell: Zusätzlich zu den Bildern wird die Geometrie des Gebäudes erfasst. Das Ergebnis ist ein dreidimensionales Abbild, aus dem sich Grundrisse und Maße ableiten lassen, etwa bei Matterport.
Der Unterschied zwischen beiden Ansätzen ist im Beitrag 360-Grad-Fotografie und Matterport im Vergleich beschrieben.
Weg 1: Mit dem Smartphone
Moderne Smartphones können Panoramen aufnehmen, und es gibt Apps, die Panoramabilder zu Rundgängen verknüpfen. Einige Apps nutzen den LiDAR-Sensor neuerer iPhones, um Räume zu erfassen. Auch Matterport bietet eine App, mit der sich Räume per Smartphone erfassen lassen.
Vorteile
- keine Anschaffung zusätzlicher Hardware
- schneller Einstieg
- gut zum Ausprobieren
Grenzen
- Die Bildqualität schwankt, besonders bei wenig Licht und starken Kontrasten wie Fenstern.
- Nähte zwischen Einzelbildern sind sichtbar, wenn man nicht präzise um den Kamerapunkt dreht.
- Die geometrische Genauigkeit ist geringer als bei professionellen Systemen, Maße sind nur eingeschränkt belastbar.
- Bei größeren Objekten wird die Aufnahme langwierig.
- Die Wirkung ist oft weniger hochwertig, was bei Verkaufsobjekten den Eindruck beeinflusst.
Weg 2: Mit einer 360-Grad-Kamera
Eine 360-Grad-Kamera nimmt in einem Schritt das gesamte Umfeld auf. Das spart Zeit und liefert gleichmäßigere Panoramen als das Handy. Die Anschaffung ist deutlich günstiger als bei Matterport-Systemen, dafür brauchen Sie meist eine Tour-Software, in der Sie Aufnahmen verbinden und veröffentlichen.
Vorteile
- einheitliche Panoramen mit wenigen Klicks
- überschaubare Kosten
- gute Qualität für kleinere Objekte
Grenzen
- Kein echtes 3D-Modell, daher keine verlässlichen Maße.
- Der Tour-Aufbau (Hotspots, Beschriftungen, Startpunkt) bleibt Handarbeit.
- Spiegelungen, Fenster und Gegenlicht erfordern Erfahrung.
- Hosting und Einbindung müssen Sie selbst klären.
Weg 3: Mit der Matterport-Kamera
Wer professionelle Systeme selbst betreibt, braucht Kamera, Zubehör und ein Abonnement für die Plattform. Ob sich das rechnet, erklären wir im Beitrag Matterport-Kamera kaufen, mieten oder Rundgang beauftragen. Für Eigentümer mit einem einzelnen Objekt ist der Weg selten wirtschaftlich.
Weg 4: Vom Profi erstellen lassen
Ein Dienstleister bringt Gerät, Erfahrung und Nachbereitung mit. Er kennt typische Problemstellen: Spiegel, große Fensterflächen, Treppen, verwinkelte Dachgeschosse. Er sorgt dafür, dass der Rundgang vollständig, sauber verknüpft und im richtigen Format verfügbar ist, auch für Portale und Website. Ein Rundgang kann bei Bedarf mit Grundriss, Fotos und Flächenberechnung kombiniert werden.
Bei FotoEstate gibt es virtuelle Touren ab 199 € und Matterport-Rundgänge ab 199 €. Der Endpreis hängt von Größe, Umfang und Zusatzleistungen ab. Eine Übersicht bietet die Preisseite.
Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | Smartphone | 360-Grad-Kamera | Profi-Dienstleister |
|---|---|---|---|
| Einstiegskosten | gering | mittel | pro Auftrag |
| Zeitaufwand für Sie | hoch | mittel | gering |
| Bildqualität | schwankend | gut bei Erfahrung | konstant hoch |
| Maße und Grundriss | eingeschränkt | nicht vorgesehen | je nach System |
| Eignung für Verkauf | einfache Fälle | kleinere Objekte | alle Größen |
Die Tabelle ist eine Orientierung, kein Maßstab für jeden Einzelfall. Gerade moderne Apps entwickeln sich schnell weiter.
Wann Selbermachen sinnvoll ist
- Sie wollen ein erstes Gefühl für das Medium bekommen.
- Es handelt sich um ein kleines Objekt mit wenigen Räumen.
- Der Rundgang ist für den internen Gebrauch gedacht, nicht für die Vermarktung.
- Sie haben Zeit und Spaß am Ausprobieren.
Wann der Profi die bessere Wahl ist
- Das Objekt soll auf Portalen und Ihrer Website vermarktet werden.
- Sie benötigen Maße, Grundrisse oder eine Flächenberechnung.
- Das Objekt ist groß, verwinkelt oder hat viele Glasflächen.
- Sie möchten sich auf Besichtigungen konzentrieren statt auf Technik.
- Der Eindruck soll zum Preis der Immobilie passen.
So gelingt der Rundgang, egal wer ihn aufnimmt
Die Vorbereitung entscheidet mehr über das Ergebnis als das Gerät:
- Räume aufräumen, persönliche Gegenstände wegstellen.
- Alle Lichter einschalten, Rollläden und Vorhänge öffnen.
- Türen öffnen, damit Sichtachsen entstehen.
- Spiegel nach Möglichkeit abdecken oder so platzieren, dass sie nicht das Gerät zeigen.
- Haustiere und Personen aus dem Bild halten.
Ausführliche Listen finden Sie in der Checkliste für den Immobilien-Rundgang und der Checkliste vor dem 3D-Scan.
Rechtliches und Datenschutz nicht vergessen
Bei jedem Rundgang gelten einige Grundregeln, unabhängig davon, wer ihn aufnimmt. Bewohnte Objekte zeigen Persönliches: Fotos, Post, Namensschilder, Unterlagen auf dem Schreibtisch. Entfernen Sie solche Dinge vor der Aufnahme, und lassen Sie keine Personen im Bild. Sind Mieter betroffen, holen Sie deren Einverständnis für Aufnahme und Veröffentlichung ein. Die Verarbeitung von Aufnahmen mit erkennbaren Personen unterliegt dem Datenschutz, im Zweifel lassen Sie sich beraten, dies ist keine Rechtsberatung.
Auch die Darstellung selbst muss ehrlich bleiben. Ein Rundgang zeigt den tatsächlichen Zustand. Digital nachbearbeitete Elemente, etwa virtuelles Mobiliar, sollten als solche erkennbar gemacht werden. Dasselbe gilt für Bildbearbeitung, die den Zustand verändert. Wer hier sauber arbeitet, verringert das Risiko von Streit nach der Besichtigung.
Schließlich lohnt ein Blick auf das Hosting. Wo liegt der Rundgang, wie lange bleibt er online, und wer hat Zugriff? Bei selbst erstellten Rundgängen liegt die Verantwortung bei Ihnen, bei beauftragten Rundgängen sollte der Dienstleister dazu klare Angaben machen. Fragen Sie bei der Beauftragung auch nach Nutzungsrechten und Laufzeit.
Kosten im Blick: Zeit mitrechnen
Beim Vergleich der Wege lohnt der Blick auf die eigene Zeit. Wer selbst aufnimmt, braucht Vorbereitung, Aufnahme, Zusammenfügen der Bilder, Beschriftung und Veröffentlichung. Bei einer einzelnen Wohnung kommen schnell mehrere Stunden zusammen, bei einem Haus entsprechend mehr. Hinzu kommen Fehlversuche, wenn Aufnahmen wiederholt werden müssen, etwa wegen Gegenlicht oder falscher Standpunkte.
Diese Zeit ist nicht kostenlos. Rechnen Sie sie gegen das Angebot eines Dienstleisters, und berücksichtigen Sie, was ein misslungener Rundgang kostet: Er kann den Eindruck der Immobilie schmälern, obwohl das Objekt selbst gut ist. Entscheidend ist am Ende, ob der Rundgang Ihr Vermarktungsziel unterstützt, nicht, ob er selbst gemacht wurde.
Häufige Fragen
Kann ich mit dem iPhone einen virtuellen Rundgang erstellen?
Ja. Es gibt Apps für Panoramen und auch Apps, die den LiDAR-Sensor nutzen. Für Verkaufsobjekte ist die Qualität und Genauigkeit meist nicht ausreichend, zum Ausprobieren und für einfache Fälle dagegen schon.
Was kostet ein virtueller Rundgang vom Profi?
Bei FotoEstate beginnen virtuelle Touren und Matterport-Rundgänge ab 199 €. Der Preis hängt von Größe und Umfang ab.
Brauche ich für einen Rundgang eine spezielle Kamera?
Nicht zwingend. Für einfache Panorama-Touren genügen Smartphone oder 360-Grad-Kamera. Für 3D-Modelle mit Maßen ist ein spezielles System nötig.
Wie lange dauert die Aufnahme?
Das hängt von Größe und Zahl der Räume ab. Eine Wohnung ist schneller erfasst als ein Haus, große Gewerbeflächen brauchen entsprechend länger. Eine feste Zusage geben wir ohne Kenntnis des Objekts nicht.
Lässt sich ein selbst erstellter Rundgang später durch einen professionellen ersetzen?
Ja. Wenn Sie später auf einen professionellen Rundgang umsteigen, können Sie die Vorbereitung und die gewonnene Erfahrung nutzen. Ein neuer Rundgang ersetzt den alten, der Link kann angepasst werden.
Nächster Schritt
Sie möchten wissen, was für Ihr Objekt sinnvoll ist? Beschreiben Sie es kurz im Kontaktformular, wir nennen Ihnen Aufwand und Preis. Die Einstiegspreise finden Sie auch auf der Preisseite.
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