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Leica BLK360 vs. Faro Focus

Terrestrische Laserscanner erfassen Räume und Gebäude als hochauflösende Punktwolken und bilden damit die Grundlage für BIM-Modelle, Bestandsdokumentationen und Facility-Management-Daten. Zwei Geräte tauchen in Architektur- und FM-Projekten besonders häufig auf: der kompakte Leica BLK360 und die Faro-Focus-Reihe. Beide erzeugen professionelle Ergebnisse, verfolgen aber unterschiedliche Philosophien. Der BLK360 setzt auf ein sehr kleines, leichtes Gerät mit stark vereinfachtem Bedienkonzept, während die Focus-Serie als klassischer, konfigurierbarer Vermessungsscanner mit größerer Reichweite und mehr Einstelloptionen positioniert ist. Dieser Vergleich betrachtet Genauigkeit, Reichweite, Geschwindigkeit, Handhabung, Workflow, Kosten und typische Einsatzfelder – sachlich und mit den realen Stärken und Schwächen beider Seiten.

Kriterium
Leica BLK360
Faro Focus
Genauigkeit
Für Bestandserfassung und BIM im Innenraum sehr gute, für die Geräteklasse hohe Genauigkeit im Bereich weniger Millimeter auf typischen Messdistanzen; ausreichend für die meisten Architektur- und FM-Aufgaben.
Auf die Vermessung ausgelegt, mit generell etwas höherer und über größere Distanzen stabiler Genauigkeit; Vorteile bei anspruchsvollen Messaufgaben und größeren Objekten.
Reichweite
Begrenzte Reichweite (Größenordnung einige zehn Meter), optimiert für Innenräume und überschaubare Szenen. Für weite Außenbereiche eher ungeeignet.
Deutlich höhere Reichweite je nach Modell (bis in den Bereich mehrerer Hundert Meter bei den Long-Range-Varianten); auch große Hallen, Fassaden und Außenareale gut erfassbar.
Erfassungsgeschwindigkeit
Solide Scangeschwindigkeit pro Standpunkt; die Stärke liegt eher im schnellen Aufstellen und im schlanken Ablauf als in maximaler Punktrate.
Sehr hohe Punktrate und schnelle Einzelscans, was die Erfassung großer Flächen mit vielen Standpunkten beschleunigt.
Größe / Handhabung
Sehr kompakt und leicht, gut transportierbar und schnell aufgestellt; ideal für enge Räume und Projekte mit vielen Standortwechseln.
Größer und schwerer, aber weiterhin gut transportabel; robuster Formfaktor eines klassischen Vermessungsinstruments.
Bedienung / Workflow
Bewusst reduziert: wenige Bedienelemente, starke App-/Tablet-Steuerung und enge Anbindung an das Leica-Ökosystem. Flacher Einstieg, aber weniger manuelle Einstellmöglichkeiten.
Umfangreichere Einstellungen (Auflösung, Qualität, Filter) direkt am Gerät und mehr Kontrolle; dafür etwas steilere Lernkurve und mehr Konfigurationsaufwand.
Preis / Kostenmodell
Positioniert als vergleichsweise erschwinglicher Einstieg in professionelles Scanning; Software und Ökosystem können zusätzliche laufende Kosten verursachen.
In der Regel höhere Anschaffung, insbesondere bei Long-Range-Modellen; dafür breiteres Leistungsspektrum. Auch hier fallen Software- und Verarbeitungskosten an.
Typischer Einsatz
Innenraum-Bestandsaufnahme, Scan-to-BIM, kleinere bis mittlere Architektur- und FM-Projekte, mobile Einsätze mit häufigem Standortwechsel.
Größere Gebäude, Industrie- und Anlagenumgebungen, Fassaden und Außenbereiche, vermessungsnahe Aufgaben mit höheren Genauigkeits- und Reichweitenanforderungen.

Vorteile im Überblick

Leica BLK360

  • Sehr kompakt und leicht, dadurch schnell aufgestellt und ideal für enge Innenräume
  • Vereinfachte Bedienung mit flacher Lernkurve, auch ohne Vermessungshintergrund nutzbar
  • Attraktiver Einstiegspreis in professionelles Laserscanning
  • Enge Integration in das Leica-Ökosystem und in Scan-to-BIM-Workflows

Faro Focus

  • Deutlich größere Reichweite, auch für Außenbereiche und große Hallen geeignet
  • Hohe Erfassungsgeschwindigkeit und Punktrate für große Flächen
  • Generell etwas höhere und über Distanz stabilere Genauigkeit
  • Umfangreiche Einstellmöglichkeiten und mehr Kontrolle für erfahrene Anwender

Wann sich welche Option lohnt

Leica BLK360

Der Leica BLK360 lohnt sich, wenn vor allem Innenräume und kleinere bis mittlere Objekte schnell und mit geringem Aufwand erfasst werden sollen und ein leichtes, einfach bedienbares Gerät mit niedriger Einstiegshürde gefragt ist – etwa für Scan-to-BIM und FM-Bestandsdokumentation.

Faro Focus

Die Faro-Focus-Reihe lohnt sich, wenn große Gebäude, Außenbereiche, Fassaden oder Industrieanlagen mit hoher Reichweite, Geschwindigkeit und Genauigkeit vermessen werden sollen und erfahrene Anwender die zusätzlichen Einstellmöglichkeiten gezielt nutzen.

Zwei Ansätze für professionelles Laserscanning

Terrestrische Laserscanner haben sich in Architektur und Facility Management fest etabliert. Sie erfassen Räume, Fassaden und ganze Gebäude in kurzer Zeit als dichte Punktwolken und liefern damit eine präzise, messbare Grundlage für Bestandspläne, BIM-Modelle und die Pflege von Gebäudedaten. Der Leica BLK360 und die Faro-Focus-Reihe gehören zu den bekanntesten Vertretern dieser Geräteklasse – verfolgen jedoch unterschiedliche Konzepte. Der BLK360 steht für maximale Kompaktheit und einfache Bedienung, die Focus-Serie für Reichweite, Geschwindigkeit und Konfigurierbarkeit. Welches Gerät besser passt, hängt weniger von einer pauschalen Wertung als von den konkreten Projektanforderungen ab.

Genauigkeit und Reichweite

Beide Scanner liefern Ergebnisse, die für professionelle Anwendungen ausreichend genau sind. Der BLK360 erreicht in seiner Klasse eine hohe Genauigkeit im Bereich weniger Millimeter auf typischen Innenraumdistanzen. Für die Bestandserfassung, Scan-to-BIM und die meisten Architektur- und FM-Aufgaben ist das in aller Regel mehr als ausreichend. Seine Reichweite ist jedoch bewusst begrenzt und auf überschaubare Szenen und Innenräume ausgelegt. Sehr weite Außenbereiche oder große Freiflächen lassen sich damit nur eingeschränkt sinnvoll erfassen.

Die Faro-Focus-Modelle sind stärker auf die klassische Vermessung ausgerichtet. Sie bieten je nach Variante eine höhere und über größere Distanzen stabilere Genauigkeit sowie deutlich mehr Reichweite. Insbesondere die Long-Range-Varianten decken Distanzen ab, die für Fassaden, große Hallen und Außenareale relevant sind. Wer regelmäßig große Objekte oder anspruchsvolle Messaufgaben bearbeitet, profitiert von dieser Auslegung. Für reine Innenraumprojekte spielt der Reichweitenvorteil dagegen oft keine entscheidende Rolle.

Geschwindigkeit und Handhabung

Bei der Erfassungsgeschwindigkeit liegt ein Vorteil der Focus-Reihe in der hohen Punktrate: Große Flächen mit vielen Standpunkten lassen sich zügig scannen. Der BLK360 punktet dagegen weniger mit maximaler Punktrate als mit einem schlanken Gesamtablauf. Sein sehr kompakter, leichter Formfaktor erlaubt ein schnelles Aufstellen, häufige Standortwechsel und den Einsatz in engen Räumen, in denen ein größeres Instrument unpraktisch wäre. In der Praxis kann dieser Handhabungsvorteil den Zeitgewinn eines schnelleren Einzelscans bei kleineren Projekten ausgleichen oder sogar übertreffen.

Die Focus-Geräte sind größer und schwerer, bleiben aber gut transportabel und bieten die Robustheit eines etablierten Vermessungsinstruments. Für den Einsatz auf Baustellen, in Industrieumgebungen oder im Außenbereich ist diese Bauform durchaus vorteilhaft. Wer dagegen viel in bewohnten oder beengten Innenräumen arbeitet und Ausrüstung häufig transportiert, wird die geringe Größe und das niedrige Gewicht des BLK360 schätzen.

Bedienung und Workflow

Die beiden Geräte unterscheiden sich deutlich in ihrer Bedienphilosophie. Der BLK360 ist bewusst reduziert gestaltet: Er kommt mit wenigen Bedienelementen aus und wird stark über eine App beziehungsweise ein Tablet gesteuert. Das senkt die Einstiegshürde erheblich, sodass auch Anwender ohne klassischen Vermessungshintergrund schnell zu brauchbaren Ergebnissen kommen. Zugleich ist die enge Anbindung an das Leica-Ökosystem und an Scan-to-BIM-Workflows ein praktischer Vorteil. Der Preis dieser Einfachheit sind weniger manuelle Einstellmöglichkeiten.

Die Faro-Focus-Reihe bietet umgekehrt mehr Kontrolle. Auflösung, Qualitätsstufen und Filter lassen sich detailliert einstellen, häufig direkt am Gerät. Das eröffnet erfahrenen Anwendern Spielraum, die Erfassung genau an die Aufgabe anzupassen. Diese Flexibilität geht allerdings mit einer etwas steileren Lernkurve und mehr Konfigurationsaufwand einher. Für Teams mit Vermessungserfahrung ist das meist kein Hindernis, für Gelegenheitsnutzer kann es dagegen zusätzliche Einarbeitung bedeuten.

Preis und Folgekosten

Beim Preis positioniert sich der BLK360 als vergleichsweise erschwinglicher Einstieg in professionelles Laserscanning. Das macht ihn besonders für Büros interessant, die den Einstieg in eigenes Scanning suchen, ohne sofort in ein hochpreisiges Vermessungsinstrument zu investieren. Die Faro-Focus-Modelle liegen in der Anschaffung in der Regel höher, insbesondere bei den Long-Range-Varianten, bieten dafür aber ein breiteres Leistungsspektrum.

Bei beiden Geräten sollte man neben der Hardware die Folgekosten berücksichtigen. Software für die Registrierung und Verarbeitung der Punktwolken, mögliche Lizenz- oder Abomodelle sowie der Aufwand für Nachbearbeitung und Datenpflege fließen in die Gesamtkosten ein. Die Entscheidung sollte daher nicht allein am Anschaffungspreis, sondern an den gesamten Betriebskosten über die geplante Nutzungsdauer ausgerichtet werden.

Fazit: Wann welches Gerät

Eine pauschale Empfehlung wäre der Sache nicht angemessen, weil beide Scanner ihre klaren Stärken haben. Der Leica BLK360 ist die naheliegende Wahl, wenn vorrangig Innenräume und kleinere bis mittlere Objekte schnell, mobil und mit geringer Einstiegshürde erfasst werden sollen – typische Szenarien sind Scan-to-BIM und die Bestandsdokumentation im Facility Management. Seine Kompaktheit und einfache Bedienung sind hier ein echter Produktivitätsgewinn.

Die Faro-Focus-Reihe empfiehlt sich, wenn Reichweite, Geschwindigkeit und Genauigkeit über größere Distanzen im Vordergrund stehen: große Gebäude, Fassaden, Außenbereiche sowie Industrie- und Anlagenumgebungen. Erfahrene Anwender, die die umfangreichen Einstellmöglichkeiten gezielt nutzen, holen aus diesen Geräten das meiste heraus. In vielen Betrieben ist die Frage am Ende nicht 'entweder – oder', sondern welches Gerät die überwiegende Zahl der eigenen Projekte am effizientesten abdeckt.

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