Die Herausforderung
Bornheim, strategisch günstig zwischen den Metropolen Köln und Bonn gelegen, erlebt seit Jahren einen stetigen Zuzug von Familien und Gewerbebetrieben. Das Architekturbüro Bornheim entwarf ein modernes Wohn- und Geschäftshaus im Stadtzentrum, das modernen Wohnraum mit flexiblen Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss kombinieren sollte. In der Theorie war das Projekt ein Paradebeispiel für nachhaltige Nachverdichtung: barrierefreie Wohnungen, ein begrüntes Flachdach, modernste Wärmepumpen-Technologie und eine ansprechende Klinkerfassade. Doch in der Praxis stieß das Vorhaben in der frühen Vermarktungsphase auf erhebliche Hürden. Das größte Problem bestand darin, dass zum Verkaufsstart noch kein einziger Stein gesetzt war. Auf dem Baugrundstück befand sich lediglich ein abgesperrtes Areal mit einer alten Bauruine. Potenzielle Käufer – sowohl Privatpersonen für die Eigentumswohnungen als auch Investoren für die Gewerbeflächen – zeigten sich extrem zurückhaltend. Die bloßen zweidimensionalen Ausführungspläne, Grundrisse und technischen Zeichnungen des Architekturbüros reichten nicht aus, um bei Interessenten das nötige Vertrauen und räumliche Vorstellungsvermögen zu wecken. Es fiel den Menschen schwer, sich die Dimensionen der Räume, den Lichteinfall durch die bodentiefen Fenster oder das Zusammenspiel der Materialien vorzustellen. Insbesondere die Gewerbefläche im Erdgeschoss, die für eine Praxis oder ein Café vorgesehen war, blieb ohne konkrete Anfragen, da Geschäftskunden das Risiko scheuten, eine unfertige Immobilie zu zeichnen. Hinzu kam der wachsende Druck durch steigende Finanzierungskosten, weshalb das Architekturbüro eine Vorverkaufsquote von mindestens 60 Prozent benötigte, um die endgültige Kreditzusage der Bank für den Baubeginn zu erhalten. Die Vermarktung drohte komplett zu stagnieren, da klassische Textbeschreibungen und abstrakte Bauzeichnungen die Emotionen der Käufer nicht ansprechen konnten.

