Die Herausforderung
Die Wohnpark Entwicklungsgesellschaft Dormagen realisierte ein anspruchsvolles Bauvorhaben im Zentrum von Dormagen. Geplant war ein modernes Wohn- und Geschäftshaus mit mehreren Wohneinheiten und flexiblen Gewerbeflächen im Erdgeschoss. Während der intensiven Bauphase stieß die Projektleitung jedoch auf erhebliche organisatorische und bautechnische Hürden, die das gesamte Projektbudget und den engen Zeitplan gefährdeten. Auf einer Großbaustelle dieser Größenordnung arbeiten täglich zahlreiche verschiedene Subunternehmer – von Rohbauern und Elektrikern über Sanitärinstallateure bis hin zu Trockenbauern. Die lückenlose Koordination und Qualitätskontrolle dieser Gewerke stellte sich als logistischer Kraftakt heraus. Ein zentrales Problem war das Fehlen einer transparenten und räumlich präzisen Erfassung des Baufortschritts. Wichtige Installationen für Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektrik (TGA) wurden verlegt und kurz darauf durch Trockenbauwände oder Estrich dauerhaft verdeckt. Trat später ein Mangel oder eine Funktionsstörung auf, war es ohne präzise Unterlagen unmöglich, die genaue Fehlerquelle zu lokalisieren. Dies führte zu teuren 'Suchbohrungen', bei denen frisch verputzte Wände auf Verdacht wieder aufgerissen werden mussten. Darüber hinaus kam es regelmäßig zu zeitaufwendigen Schuldzuweisungen zwischen den Gewerken, wenn beispielsweise ein Nachfolgegewerk eine bereits fertiggestellte Installation beschädigte. Auch die institutionellen Investoren, die das Projekt aus der Ferne finanzierten, forderten eine lückenlose Transparenz über den Baufortschritt, bevor die nächsten Zahlungsraten freigegeben wurden. Die klassischen Fotodokumentationen der Bauleiter – unsortierte Handyfotos in verschiedenen WhatsApp-Gruppen ohne räumlichen Bezug – reichten bei weitem nicht aus, um diese Anforderungen zu erfüllen und Rechtsstreitigkeiten vorzubeugen.


