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Google-Unternehmensprofil für Makler: der unterschätzte Akquisekanal
1. Juli 2026
Veröffentlicht am1. Juli 2026· Aktualisiert: 27. Juli 2026· Andrei Muckle

Google-Unternehmensprofil für Makler: der unterschätzte Akquisekanal

Die meisten Eigentümer suchen lokal – und sehen zuerst die Kartenergebnisse. Wer dort nicht auftaucht, existiert für sie nicht.

Wenn jemand "Makler Freiburg" sucht, erscheinen oberhalb der klassischen Ergebnisse drei Einträge mit Karte – das sogenannte Map Pack. Diese drei Plätze erhalten den Großteil der Klicks. Wer dort nicht steht, konkurriert um die Reste.

Das Google-Unternehmensprofil, das diese Einträge speist, ist kostenlos. Es wird trotzdem in den meisten Maklerunternehmen nur angelegt und nie wieder angefasst.

Was über die Platzierung entscheidet

Drei Faktoren wirken zusammen:

Relevanz – wie gut das Profil zur Suchanfrage passt. Beeinflussbar über Kategorien, Leistungen und Beschreibung.

Entfernung – die Distanz zwischen Suchendem und Ihrem Standort. Kaum beeinflussbar, aber der Grund, warum ein zweiter Standort Sichtbarkeit in einem zweiten Einzugsgebiet schafft.

Bekanntheit – wie etabliert das Unternehmen im Netz ist: Bewertungen, Erwähnungen, Verlinkungen, Konsistenz der Daten.

Von diesen drei ist Relevanz am direktesten steuerbar – und wird am häufigsten vernachlässigt.

Die Kategorie ist die wichtigste Einzelentscheidung

Die Hauptkategorie hat den stärksten Einzeleffekt auf das Ranking. "Immobilienmakler" ist für die meisten richtig; wer schwerpunktmäßig verwaltet, ist mit "Hausverwaltung" besser aufgehoben.

Nebenkategorien ergänzen das Spektrum – etwa Immobilienbewertung oder Gewerbeimmobilien. Wichtig: Nebenkategorien sollen abbilden, was Sie tatsächlich tun. Wahllos gesetzte Kategorien verwässern die Zuordnung, statt sie zu erweitern.

NAP-Konsistenz: der stille Rankingkiller

NAP steht für Name, Adresse, Telefonnummer. Diese drei Angaben müssen überall identisch sein – im Profil, auf der Website, im Impressum, in Branchenverzeichnissen.

Abweichungen entstehen schleichend: "Str." statt "Straße", eine alte Telefonnummer in einem Verzeichnis, ein Firmenname mit und ohne Rechtsform. Jede Abweichung schwächt die Zuordnung. Der Aufwand einer einmaligen Bereinigung ist überschaubar, der Effekt oft überraschend deutlich.

Bewertungen: Menge, Aktualität, Antwort

Bewertungen wirken doppelt – auf das Ranking und auf die Klickentscheidung. Drei Punkte zählen:

Kontinuität schlägt Menge. Zwanzig Bewertungen über zwei Jahre wirken stärker als vierzig aus einem Monat, die zudem nach Kampagne aussehen.

Antworten Sie auf jede Bewertung. Auch und gerade auf kritische. Eine sachliche Antwort auf eine schlechte Bewertung überzeugt Leser mehr als zehn gute.

Fragen Sie aktiv. Der beste Moment ist unmittelbar nach dem Notartermin, wenn die Erleichterung frisch ist. Zwei Wochen später antwortet kaum noch jemand.

Was Sie nicht tun sollten: Bewertungen kaufen oder Mitarbeiter schreiben lassen. Das fliegt regelmäßig auf und kostet mehr, als es bringt.

Beiträge halten das Profil lebendig

Das Profil erlaubt kurze Beiträge – neue Objekte, verkaufte Objekte, Markthinweise, Teamnachrichten. Sie erscheinen direkt im Profil und signalisieren Aktivität.

Ein Profil, das seit zwei Jahren unverändert ist, wirkt auf Suchende wie ein Unternehmen, das es vielleicht nicht mehr gibt. Ein Beitrag alle ein bis zwei Wochen genügt, um diesen Eindruck zu vermeiden.

Bilder und der Rundgang

Profile mit vielen aktuellen Bildern erhalten deutlich mehr Interaktionen. Sinnvoll sind: Außenansicht des Büros zur Wiedererkennung, Innenaufnahmen, Team, sowie Beispiele Ihrer Arbeit.

Deutlich stärker wirkt ein begehbarer 360-Grad-Rundgang durch Ihr Büro. Er erscheint direkt im Profil, verlängert die Verweildauer messbar und nimmt Erstkontakten die Hemmschwelle – wer den Raum kennt, betritt ihn leichter.

Die Fragen-Funktion aktiv nutzen

Im Profil können Nutzer Fragen stellen, die jeder beantworten kann – auch Wettbewerber. Sie sollten deshalb selbst die häufigsten Fragen einstellen und beantworten: Provision, Einzugsgebiet, Bewertungskosten, Parkmöglichkeiten.

Das besetzt den Raum sinnvoll und beantwortet nebenbei genau die Fragen, die sonst zum Anruf oder zum Absprung führen.

Was gar nicht geht

Keyword-Stuffing im Firmennamen. "Müller Immobilien – Makler Freiburg Verkauf Vermietung Bewertung" verstößt gegen die Richtlinien und führt zur Sperrung des Profils.

Falsche Adressen. Eine Briefkastenadresse ohne tatsächlichen Betrieb ist ein Ausschlussgrund.

Vernachlässigte Öffnungszeiten. Falsche Zeiten an Feiertagen erzeugen genau die schlechten Bewertungen, die Sie am wenigsten brauchen.

Was das Profil nicht ersetzt

Ein gutes Profil verschafft lokale Sichtbarkeit. Es ersetzt nicht die Inhalte, mit denen Sie für inhaltliche Suchanfragen gefunden werden – "Immobilie geerbt", "Energieausweis Pflicht", "Wohnung verkaufen Steuer". Dafür braucht es Seiten auf der eigenen Website, siehe Content-Generierung.

Beide Kanäle greifen ineinander: Das Profil holt die lokale Suche ab, die Inhalte holen die inhaltliche Suche ab. Wer nur eines betreibt, verzichtet auf die Hälfte.

Mehrere Standorte richtig anlegen

Betriebe mit mehreren Büros stehen vor der Frage, ob ein Profil oder mehrere sinnvoll sind. Die Antwort ist eindeutig: je Standort mit eigener Adresse und eigenen Öffnungszeiten ein eigenes Profil. Ein gemeinsames Profil erscheint nur im Umkreis einer Adresse und verschenkt die Sichtbarkeit an allen anderen Orten. Wichtig ist dabei die Konsistenz: identische Schreibweise des Firmennamens, jeweils eigene Telefonnummer und eine Landingpage je Standort statt eines gemeinsamen Links auf die Startseite. Profile ohne echte Betriebsstätte sind dagegen unzulässig und werden bei Prüfung entfernt.

Fotos regelmäßig ergänzen

Profile mit aktuellen Bildern erhalten deutlich mehr Interaktionen als solche mit einem Logo. Sinnvoll ist eine Mischung aus Außenansicht zur Wiedererkennung, Innenaufnahmen, Teamfotos und Arbeitsbeispielen. Entscheidend ist weniger die Menge als die Regelmäßigkeit: Ein Profil, dem monatlich ein Bild hinzugefügt wird, signalisiert Aktivität. Achten Sie darauf, dass Bilder tatsächlich Ihr Unternehmen zeigen – Stockfotos wirken erkennbar und untergraben genau das Vertrauen, das der Kanal aufbauen soll. Auch von Nutzern hochgeladene Bilder gehören beobachtet, weil sie das Erscheinungsbild mitprägen.

Was Sie aus den Profilstatistiken lernen

Das Profil liefert Auswertungen, die viele nie ansehen: über welche Suchbegriffe Nutzer das Profil gefunden haben, wie viele davon direkt angerufen, die Route abgefragt oder die Website besucht haben. Besonders die Suchbegriffe sind aufschlussreich, weil sie zeigen, wofür Sie tatsächlich gefunden werden – und das weicht regelmäßig von der Selbsteinschätzung ab. Wer dort überwiegend nach dem eigenen Firmennamen gefunden wird, hat ein Sichtbarkeitsproblem bei den generischen Suchanfragen und sollte an Kategorien, Leistungen und Bewertungen arbeiten.

Der Umgang mit unberechtigten Bewertungen

Falsche oder beleidigende Bewertungen lassen sich melden, aber der Prozess ist langwierig und der Ausgang ungewiss. Praktisch wirksamer als das Melden ist eine sachliche öffentliche Antwort: kurz, ohne Rechtfertigung, ohne Details zum Sachverhalt und ohne erkennbare Verärgerung. Leser bewerten den Umgang mit Kritik stärker als die Kritik selbst. Was Sie vermeiden sollten: interne Vorgänge öffentlich darstellen, den Verfasser identifizieren oder auf Vertragsdetails eingehen – das kann datenschutzrechtlich problematisch werden und wirkt auf Dritte in jedem Fall unsouverän.

Verknüpfung mit der Website

Profil und Website sollten aufeinander abgestimmt sein. Der hinterlegte Link führt idealerweise nicht auf die Startseite, sondern auf eine Seite, die zum Suchanlass passt – bei Maklern meist die Bewertungs- oder Kontaktseite. Auf der Website selbst sollten dieselben Adressdaten in maschinenlesbarer Form ausgezeichnet sein, damit die Zuordnung eindeutig bleibt. Diese beiden Maßnahmen kosten wenig Aufwand und wirken auf die lokale Sichtbarkeit stärker als die meisten aufwendigeren Optimierungen.

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